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Der Stilbegriff Exzessionismus bezeichnet Werke der bildenden Künste, die durch simultane schöpferische Schaffensprozesse mehrerer Personen an eben diesem Werk entstanden sind.

Exzessionismus bezeichnet somit einen prozessorientierten Ansatz in der Kunst, innerhalb dessen schöpferische Synergien erfahrbar gemacht werden sollen.
Der Begriff Exzessionismus beschreibt ein Werk nicht auf der Gestaltebene (wie beispielsweise der Kubismus, Surrealismus oder Expressionismus), sondern auf der Prozessebene: Er macht eine Aussage darüber, wie ein Werk entstanden ist, nicht was es abbildet.
Der Prozess der Entstehung des gemeinschaftlich erschaffenen Werks steht im Exzessionismus im Zentrum des Werkverständnisses. Gundprinzip, quasi der Leitgedanke exzessionistisch arbeitender Künstlergruppen ist das Ziel, Synergien im schöpferischen Bereich entstehen zu lassen.

Als Stilbegriff erstmals verwendet wurde der Begriff Exzessionismus 1988 durch die Künstlergruppe Der Exzessionistische Kreis. Er leitet sich vom lateinischen Verb excedere (herausschreiten, überschreiten) ab.

In den Jahren 1986/87 beginnen die Künstler Udo Grimmer, Robert Mayer und Albrecht Nolting ihre Experimente mit gemeinschaftlichen Schaffensprozessen. Um dem Prinzip des gemeinschaftlichen Schaffens auf der begrifflichen Ebene eine adäquate Bezeichnung zu geben, bezeichnen sie ab 1988 die Idee des gemeinschaftlichen Erschaffens als Exzessionismus und nennen sich selbst Der Exzessionistische Kreis.

Im Exzessionismus wird ein Konzept der Gemeinschaftlichkeit, sowie des menschlichen und des schöpferischen Austauschs verfolgt. Durch unterschiedlichste Konstellationen der Beteiligten entstehen Werke mit unterschiedlichstem Ausdruck. Gemeinsam ist allen der Grundgedanke des gemeinsamen schöpferischen Handelns. Um diesem Handeln einen Rahmen zu geben, entwirft "Der Exzessionistische Kreis" ein Manifest, in dem der Begriff Exzessionismus und dessen Regeln genau beschrieben wird: → Das Exzessionistische Manifest

Da ein exzessionistisches Werk durch simultanes Arbeiten mindestens zweier Künstler an einem Werk entsteht, nimmt der exzessionistisch arbeitende Künstler Abschied vom Paradigma des Individualkünstlers und ersetzt diesen durch die Gruppe.

Die Idee des Exzessionismus in der bildenden Kunst hat durch die Berliner Theatergruppe Lokomotion eine Umsetzung und Interpretation in den darstellenden Künsten gefunden. Hier wird versucht den Gedanken des gemeinschaftlichen Schaffens in der Form umzusetzen, dass alle Schauspieler auf der Bühne zu einem einzigen Schauspieler zusammengeschlossen werden.

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